Hundeerziehung in Darmstadt
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StraßenhundeDieses Kapitel widme ich den vielen Straßenhunden, die in unseren Wohnungen und Häusern ein neues Zuhause gefunden haben. Diese Hunde kommen aus vielen südeuropäischen Ländern zu uns. Sie haben in ihren Herkunftsländern kein schönes Leben hinter sich und sind sehr dankbar für ein liebevolles Zuhause. Sie werden bei uns immer beliebter, weil sie sehr sanft in ihrem Wesen sind und sich in der Regel sehr gut mit anderen Hunden und fremden Menschen vertragen. An dieser Stelle möchte ich nicht auf Sinn oder Unsinn von der Einfuhr dieser Hunde eingehen. Tatsache ist, dass immer mehr dieser sogenannten "Straßenköter" bei uns in Deutschland ein neues Zuhause finden. Diese Hunde haben oft schreckliche Dinge erlebt und haben ihr bisheriges Leben auf der Straße verbracht. Sie mussten jeden Tag ums Überleben kämpfen und sich größtenteils von Abfall ernähren. Erfahrungsgemäß sind diese Hunde in einer Wohnung oder einem Haus ohne große Schwierigkeiten zu halten. Sie sind ruhige, angenehme Vertreter, die sehr genügsam sind. Sie kommen meistens auch gut mit kleinen Kindern zurecht und stellen keine besonderen Ansprüche an Futter oder Schlafplatz. Der einzige "Haken" an Straßenhunden ist, dass es meist Jagdhund-Mischlinge sind. Es sind oft Podenco- oder Galgo-Mischlinge. Diese Hunde wurden und werden ausschließlich für die Jagd gezüchtet. Sie sind absolut sanfte Tiere, denen das Jagen aber im Blut steckt. Im Alltag bedeutet das leider oft für diese Hunde, dass sie immer an der Leine bleiben müssen. Ihre Halter haben Angst, dass ihr Hund einmal von der Leine gelassen, weg läuft.
Grundsätzlich besteht diese Gefahr auch. Aber auch ein Straßenhund kann in
recht kurzer Zeit lernen, auf Zuruf zurück zu kommen. Die Leidenschaft für
die Jagd ist bei diesen Hunden zwar sehr groß, bei richtiger Erziehung
ist die Leidenschaft für ihren Halter um ein Vielfaches größer.
Ich selbst wohne unter anderem mit einem spanischen Straßenhund zusammen.
Mein Mann hat ihn von einer Tierschützerin übernommen. Wir wurden bei der
Übernahme des Hundes ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir diesen Hund
nicht von der Leine lassen sollen. Die Gefahr, dass er einfach wegläuft, sei
zu groß. Wir haben diesen Hund genau wie unsere anderen Hunde erzogen. Mit
der gleichen Konsequenz und Geduld. Santi, so haben wir ihn getauft, darf
vom ersten Tag an seinen Freilauf genießen. Wir haben bei der Erziehung
besonderen Wert darauf gelegt, ganz besonders sanft mit ihm zu arbeiten, denn
laute Geräusche und schnelle Bewegungen versetzten ihn in Angst. Er hat alle
wichtigen Kommandos genauso schnell und gut gelernt wie seine deutschen
Vetter. Spaziergänge in Wald und Feld sind absolut kein Problem. Santi
bleibt immer in unsere Nähe und kommt beim ersten Ruf oder Pfiff wieder zu
uns. Auch Begegnungen mit Rehen oder Hasen bzw. Kaninchen sind kein Problem.
Selbst wenn das Reh Santi ist das beste Beispiel dafür, das man auch Straßenhunde erziehen kann und sollte. Gerade diese Hunde brauchen ihren Freilauf und sollten ihn auch täglich bekommen. Für Hunde gibt es nichts schöneres, als mit anderen Hunden frei über Wiesen zu rennen und zu spielen. Und gerade Hunde, die einen Teil ihres Leben frei verbracht haben, sollten soviel Freilauf wie möglich bekommen.
Auch wenn der Hund schon älter ist, kann er doch lernen auf Zuruf zurück zu kommen. Und gerade diese Hunde sind ihren Haltern besonders dankbar, wenn sie frei laufen dürfen. Leider gibt es nicht viele Hundetrainer, die sich mit ehemaligen Straßenhunden auskennen. Die meisten meiner Kunden, die einen solchen Straßenhund zu sich genommen haben, wissen nicht, wie sie ihren Hund erziehen sollen. Wenn sie dann auf Hundeplätze gehen, um sich professionelle Hilfe zu holen, werden sie oft abgewiesen. Die dortigen Trainer bezweifeln leider oft, dass ein spanischer oder griechischer Straßenhund jemals lernen wird, frei in Wald und Feld zu laufen. Oder besser gesagt, dass er jemals lernen wird auf Zuruf zurück zu kommen. Wie bereits erwähnt, jeder Hund kann das lernen, egal wie alt er ist. Auch ehemalige Straßenhunde lernen das. Und meistens sogar schneller als ihre deutschen Vetter.
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