Nachdenkliches zur Hundehaltung
Da immer mehr Menschen den Wunsch verspüren einen Hund zu halten, möchte ich an
dieser Stelle einige Tatsachen und Fakten zur Haltung von Hunden anführen.
Ein Hund ist innerhalb kürzester Zeit bei der Familie eingezogen und bereitet zu Beginn
auch meist nur Freude. Aber ein Hundeleben dauert in der Regel zwischen zehn und
fünfzehn Jahren und niemals sollte man einen Hund zu sich nehmen weil man ihn
schön findet oder weil er das Mitleid des Menschen erregt!
Ein Hund ist ein lebendes und fühlendes Wesen und muss als solches behandelt werden!!!
Egal ob ein Welpe oder ein bereits erwachsener Hund in die Familie einzieht,
niemals darf der Hund als Sportgerät, Kinderersatz oder Partnerersatz angesehen werden.
Hunde empfinden genau wie Menschen Wut, Trauer, Angst, Unsicherheit und Verzweiflung.
Sie empfinden aber auch Freude, Liebe, Loyalität, Vertrauen und Übermut. Je nach Rasse oder
Mischung haben Hunde sehr unterschiedliche Charaktere. Es gibt draufgängerische, schüchterne,
mutige, anhängliche, selbstbewusste und unsichere Vertreter und niemals kann ich
als Mensch das Wesen eines Hundes ändern! Ich kann auf sein Verhalen einwirken und dieses
mit viel Liebe und Geduld formen, aber aus einem Darufgänger kann ich keinen
zartbesaiteten Hund machen!
Kein Hund hat es verdient, nach der Optik ausgesucht zu werden!!!
Menschen neigen dazu, alles was sie sehen oder kennen lernen, nach dem Aussehen
zu beurteilen. Passt etwas nicht ins gängige Schöheitsideal wird es als negativ
eingestuft. Andererseits neigt der Mensch auch dazu, Dinge die sich sehr ähnlich sehen, als
gleich und identisch einzustufen. Viele Menschen sehen mit Begeisterung Filme
in denen Hunde als Akteure vorkommen. Leider glauben viele, dass sich alle Vertreter
der gezeigten Rasse genau wie der Fernsehhund verhalten. Bekannte Beispiele
sind unter anderen Rin-Tin-Tin, Lassie, Kommissar Rex, 101 Dalmatiner und der
Jack Russell Terrier aus der Werbung. Das hinter dem gezeigten Verhalten eine riesige
Portion Arbeit und Training mit dem Hund steckt, wollen viele Menschen nicht
wahr haben oder reden sich den Arbeitsaufwand schön. Getreu dem Motto: das
kriege ich schon hin! Das dem meistens leider nicht so ist belegen die Zahlen der
Hunde die in Tierheimen sitzen! Niemals darf man einen Hund, egal welcher Rassen zu sich
nehmen, weil er so schön aussieht oder weil er eben gerade "in Mode"
ist!!! Alle Hunde wurden für einen ganz bestimmten Zweck gezüchtet und brauchen
eine dementsprechende Beschäftigung! Einen Hund schön zu finden reicht leider
für einen artgerechte Haltung nicht aus!
Nicht alle Tierheimhunde sind schlechte Hunde und nicht alle Züchter sind
verantwortungsbewusst!
Viele Hunde, die in Tierheimen sitzen und dort auf ein neues Zuhause warten, sind weder
böse, schlechte oder unerziebare Hunde! Die meisten sitzen in Tierheimen weil sie ihren
Haltern zu schwierig, zu zeitaufwändig oder einfach nur lästig wurden. Sie passten
nicht mehr in die Lebenplanung, störten bei der Urlaubsplanung oder verhielten sich
nicht so, wie der Mensch sich das vorgestellt hatte. Also wurden sie kurzerhand im Tierheim
abgegeben. Kommen diese Hunde aber in eine Familie, die bereit ist, sich mit dem
zu beschäftigen und ihm bestimmte Verhaltensweisen beizubringen, zeigen sich
diese Hunde in den meisten Fällen als brave und zuverlässige Familienhunde! Leider
sind auch nicht alle Züchter von Rassehunden seriös und verantwortungsbewusst!
Die allermeisten Züchter "arbeiten" nach den strengen Zuchtrichtlinien
und nehmen erhebliche Mühen auf sich um gesunde und rassetypische Hunde zu züchten.
Aber es gibt auch andere! Diese vermehren Hunde ohne den nötigen Sachverstand
und geben diese Hunde an Menschen ab, die niemals in der Lage sein werden dieser
Art Hund gerecht zu werden. Kein seriöser Züchter von Jagdgebrauchshunden wird
einen seiner Welpen als reinen Familienhund abgeben. Kein verantwortungsbewusster
Züchter von zum Beispiel Pekinesen wird diesen Hund als "Kinderhund" abgeben.
Auch bei der Auswahl eines Hundes gilt die alte Weisheit: "Drum prüfe
wer sich ewig bindet!"
Hunde machen jeden Tag Mühe! Auch bei schlechtem Wetter und sommerlicher Hitze!
Wer einen Hund halten möchte, der muss sich jeden Tag mindestens drei Stunden
Zeit exklusiv für den Hund nehmen!!! Egal welches Wetter vorherrscht, ob eine Party geplant ist
oder ob es die sprichwörtlichen Backsteine regnet! Ein Hund muss jeden Tag spazieren gehen,
braucht jeden Tag Beschäftigung, muss gefüttert und gepflegt werden und verlangt nach
Streicheleinheiten. Junge Hunde oder auch Hunde "aus zweiter Hand" verlangen
außerdem nach Erziehung und Ausbildung. Auch darf amn auf keinen Fall unterschätzen, dass
gerade Jagdhunde oder Mischlinge aus Jagdhundrassen einen nicht unerheblichen Jagdtrieb haben,
der mitunter nicht leicht unter Kontrolle ui bekommen ist.
Bevor man sich endgültig und für sehr lange Zeit, wie gesagt, ein Hund wird
ohne weiteres zehn Jahre und älter, sollte man sich auf jeden Fall gründlich über
den Wunschhund informieren und gegebenenfalls einen anderen Hund zu sich nehmen.
Menschen, die eher gemütlich sind, werden mit einem aktiven Terrier oder einem
sehr arbeitsfreudigen Border Collie auf Dauer nicht glücklich werden! Auch wird der
Hund nicht glücklich und zufrieden werden! Es ist auch ratsam, gerade wenn es der
erste Familienhund werden soll, den Rat eines unabhängigen Fachmannes einzuholen.
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